Die trennende Linie zwischen Licht und Schatten / unbekannter Wasserfall des Zufalls / Licht der Geste und des Wortes / nahe bei unsichtbaren Grenzen.

Albert Ràfols-Casamada

Konzept

Diese Zeilen des spanischen Dichters und Malers Albert Ràfols-Casamada beschreiben einen wesentlichen Aspekt meiner Arbeiten: die Beziehungen zwischen Form, Licht und Farbe. Die Collage-Technik stellt den Kontakt zwischen verschiedenen Materialien her, wie beispielsweise Stoffen, Pigmenten, Papieren oder Holz.

Ein komplexer, haptischer Schaffensprozess entsteht: Farben auf die Leinwand auftragen, sie an manchen Stellen einfach frei laufen lassen, mischen, sehen, wie das Bild entsteht… kleben, konstruieren. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, alles kann zu jeder Zeit Material für die Collage werden.

Die aufgeklebten Papierstücke, Stoffe, Briefe, Pflanzen haben ein Vorleben, eine eigene Geschichte. Der Stoff eines Kleidungsstückes birgt in sich die Spuren des Trägers. Eine Photographie wurde in einem bestimmten Moment, an einem bestimmten Ort gemacht. Ich interessiere mich für diese “Lebensstücke”, dafür, was passiert, wenn man sie in einen anderen Kontext bringt, wie ein Fragment ein anderes anzieht, wie es sich ins Gesamtbild einfügt, wie verschiedene Realitäten plötzlich miteinander harmonieren.

Meine Arbeitsweise ist untrennbar verbunden mit der traditionellen Philosophie des Tai Chi Chuan und des Karate, die sich auf die Beziehung zwischen Körper und Geist gründet. Es geht dabei um Konzentration, innere Offenheit, um das Gleichgewicht zwischen Loslassen und Kontrolle, darum, den Emotionen Form zu geben, ihrer Energie Ausdruck zu verleihen. Das Gleichgewicht ist hierbei ein wesentlicher Punkt: Ausgewogenheit zwischen warmen und kalten Farben, dem Untergrund und den unterschiedlichen Materialien, den bedeckten und den freien Flächen, den verschiedenen Energien…

Das Aufeinandertreffen von Farben, Worten und Formen ermöglicht spannende Kombinationen. In der Zusammenarbeit mit den Dichtern integriere ich Textzeilen oder einzelne Worte in meine Collagen und erforsche die Korrespondenzen, die sich daraus ergeben – die Welt, wahrgenommen als Zusammenspiel von Fragmenten.

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